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Haut ABC

Die Haut ist ein leistungsfähiges Organ.
Schicht um Schicht greifen die Funktionen ineinander.
Tauchen Sie ein, in die Faszination Ihres größten Organs.
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Hautquerschnitt

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Begriff:
Hautoberfläche

Beschreibung:
Die Hornschicht wird von einem Film aus Sebum, Schweiß und Keimen bedeckt, der die Haut vor äußeren Einflüssen schützt.
  • Das Sebum
    Das Sebum bildet einen Schutzfilm auf der Haut, der im Wesentlichen aus Fetten, Ölen, Wachsen, freien Fettsäuren, Squalan, Cholesterol sowie Cholesterolestern besteht und kontinuierlich durch Sekretion der Talgdrüsen ergänzt wird.
  • Der Schweiß
    Das Schwitzen dient dem Schutz des Körpers vor Überhitzung. Dazu wird Wärme an der Oberfläche der Haut abgeführt, indem Wasser aus Schweißdrüsen verdampft wird.
  • Die Keime
    Die Keimflora auf der Haut bildet sich kurz nach der Geburt durch Keimübertragung, beispielsweise von der Mutter. Die Mikroben vermehren sich dann, bis die Ressourcen der Hautoberfläche der Expansion eine natürliche Grenze setzen. Gegenüber dieser bestehenden Flora haben es fremde Keime äußerst schwer, sich durchzusetzen. Deshalb leistet eine intakte Keimflora auf der Haut einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor Infektionen.
  • Der Säureschutzmantel
    Freie Fettsäuren werden auf der Haut durch bakterielle Zersetzung von Fetten aus dem Sebum gebildet und tragen dazu bei, das Bakterienwachstum und den pH-Wert auf der Haut zu steuern. Schweiß ist in der Regel ebenfalls sauer und enthält Milchsäure, eine weitere Komponente des Säureschutzmantels. Im Gegensatz zum Sebum, das zur Ausbildung etwa einen Tag benötigt, stellt sich der pH der Haut in wenigen Minuten ein.
Begriff:
Die Oberhaut (Epidermis)

Beschreibung:
Die Oberhaut ist ein mehrschichtiges Organ, das sich ständig erneuert. Dazu werden an der Basis Zellen gebildet, die innerhalb von etwa einem Monat einen Reifungsprozess durchlaufen, der zu einer Hornzelle führt. Durch diese kontinuierliche Bildung und Veränderung von Zellen befindet sich die Haut in einem steten Fluss. Je nach Verhornungsstadium unterscheiden sich die Zellen in der Oberhaut durch ihr Aussehen. Das ist unter dem Mikroskop deutlich erkennbar. Man unterscheidet deshalb Basalzellen, Stachelzellen, Körnerzellen und Hornzellen.

Versorgung der Oberhaut
Bei aller Leistung der Oberhaut ist dieses Organ nicht durchblutet. Die Versorgung erfolgt stattdessen durch Kapillarschlingen, die vom Blutgefäßsystem in der Lederhaut an die Oberhaut heranreichen. Arterielles Blut führt Nährstoffe zu, venöses Blut und Lymphe transportieren Stoffwechselprodukte ab.

Die Kapillarschlingen münden in spezielle Blutgefäße, die physiologisch bedeutsam sind: Die zuführenden Blutgefäße sind von Muskelzellen umgeben, die den Blutfluss in diesem Bereich beschleunigen können. Im Gegensatz dazu münden die Enden der Kapillarschlingen in Gefäße mit großem Durchmesser. Dadurch fließt das Blut in diesem Bereich langsam und erleichtert auf diese Weise die Anheftung von Entzündungszellen und deren Eindringen in das umliegende Gewebe.
Begriff:
Die Hornschicht

Beschreibung:
Die Hornschicht besteht aus Hornschuppen mit dicker Zellwand, die in Zellkitt eingebettet sind. Dabei werden Feuchthaltevermögen, Schutzfunktion, Oberflächenstruktur und Geschmeidigkeit der Haut unmittelbar vom Zustand der Kittsubstanz zwischen den Hornschuppen beeinflusst.

Da die Hornschuppen durch den Zellkitt wie Backsteine vom Mörtel zusammengehalten werden, spricht man auch vom Backstein-Mörtel-Modell der Haut.
Begriff:
Der Zellkitt

Beschreibung:
Im Zellkitt sind Lipide wie in einer Palisade angeordnet und bilden Schichten, die wiederum gestapelt sind. Der Zellkitt ist geschmeidig, wenn beispielsweise ausreichend Cholesterin in die Palisaden eingebaut ist und ein Gleitmittel wie Glycerin dafür sorgt, dass die Schichten leicht gegeneinander verschoben werden können.

Der Zellkitt ist von feinen Kanälen durchzogen, die den Wasserhaushalt der Haut regulieren. Dazu müssen sie die richtige Größe haben und mit den Bestandteilen des natürlichen Feuchthaltefaktors gefüllt sein. Sind diese Strukturen nicht intakt, ist sowohl das Feuchthaltevermögen als auch die Schutzfunktion der Haut eingeschränkt.
Begriff:
Körnerschicht

Beschreibung:
Die Keratinozyten bilden oberhalb der Stachelzellschicht eine zwei bis drei Zelllagen dicke Schicht, in der die Zellen abgeflacht sind. Diese Zellen enthalten spezielle Bereiche, die beim Verhornungsprozess eine entscheidende Rolle spielen. So werden Eiweißfäden zu dichten Stapeln gepackt und gelagert, innere Strukturen der Zellen abgebaut oder lipidhaltige Körperchen aus Membranbestandteilen gebildet. Viele dieser Komponenten werden schließlich in den Raum zwischen den Zellen abgegeben und bilden die Substanz, die die abgestorbenen Hornschuppen in der Hornhaut zusammenhält: den Zellkitt.
Begriff:
Stachelzellschicht

Beschreibung:
Die Tochterzellen der Basalzellen bilden eine mehrere Zelllagen dicke Zellschicht, die vereinzelt Melanozyten und einige Immunzellen enthält. Die Immunzellen stehen hier bereit, Eindringlinge zu erkennen und deren Abwehr einzuleiten.

Bei der Herstellung von Präparaten für das Lichtmikroskop schrumpfen die Melanozyten und der frei werdende Raum wird von den Tochterzellen der Basalzellen eingenommen. Da die Tochterzellen untereinander an einigen Stellen fest verbunden sind, werden sie beim Füllen der Zwischenräume verzerrt, so dass unter dem Mikroskop der Eindruck entsteht, sie hätten Stacheln. Aus diesem Grund werden diese Zellen Stachelzellen genannt.
Begriff:
Die Basalzellschicht

Beschreibung:
Basalzellen sind nahezu zylindrisch geformt und wie eine Palisade angeordnet. Etwa ein Zehntel der Zellen in dieser Schicht besteht aus einer weiteren Zellsorte, den Melanozyten, die für die Farbe und den UV-Schutz der Haut verantwortlich sind. Zellen, die zum Immunsystem gehören, kommen hingegen nur vereinzelt vor.

Die Basalzellschicht ist der einzige Bereich in der Oberhaut, in dem sich Zellen teilen. Dabei werden die Tochterzellen im gesunden Gewebe immer an der zur Oberfläche zeigenden Seite der Mutterzellen gebildet. Sie wandern danach in Richtung Oberfläche, während die Mutterzelle in der Keimschicht bleibt und sich erneut teilt. Die Basalzellen sind an einigen Kontaktstellen miteinander fest verbunden. Im Gegensatz dazu können sich Melanozyten und Immunzellen im Gewebe bewegen.
Begriff:
Die Lederhaut (Dermis)

Beschreibung:
Die Lederhaut befindet sich zwischen dem subcutanen Fettgewebe und der Oberhaut. Sie besteht im Wesentlichen aus Eiweißfasern, die in ein wässriges Gel eingebettet sind. Durch den Verbund dieser beiden Komponenten wird ein Optimum an Elastizität und Stabilität der Haut erreicht, so dass beachtliche mechanische Kräfte angelegt werden können, ohne dass die Haut dabei Schaden nimmt. Zwischen den Fasern der Lederhaut befinden sich spindelförmige Zellen, die sogenannten Fibroblasten, die an der Bildung des Netzwerkes aus Eiweißfäden beteiligt sind. Darüber hinaus ist die Lederhaut Träger einer Vielzahl von Funktionseinheiten, wie etwa Schweiß- oder Talgdrüsen, Nervenenden, Tastkörperchen, Haarfollikeln, Blut- und Lymphgefäßen.